Blog: Bewegen Sie etwas!

Mehr Spannung bitte

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Weniger Infos pro SlideAls Präsentationsschmied sitze ich natürlich auch in vielen Vorträgen. Ich kann dann nicht anders, als mir so meine Gedanken zu machen: was funktioniert und was nicht? Lassen Sie uns mein aktuellstes Beispiel einer renommierten, internationalen Unternehmensberatung ansehen: Was können wir von den Consultants lernen?

The good, the bad and the ugly: Was entscheidet über Aufmerksamkeit oder Abschalten?

Harmonische und durchgängige Farben + klarer, weißer Folienhintergrund ohne ablenkendes Gerümpel (Aber Vorsicht: Unser Hirn sucht immer Bedeutung in den Farben – es muss Sinn machen, dass ein Element grün ist und das andere blau)

  • Herausforderungen des Publikums werden mittels durchnummerierter Karten abgefragt. Jeder hält die Nummer mit seinem wichtigsten Thema in die Höhe. Das aktiviert gleich zu Beginn
  • Praxisbeispiele: Ein zweiter Kollege erzählt von zwei Umsetzungsprojekten („Wie haben wir es konkret gemacht?“) – das macht die Sache klarer und weckt Interesse. Man spürt förmlich wie das Publikum aufwacht
  • Besser wäre noch: Die Vorgehensweise nicht abstrakt erklären, sondern als Fallbeispiel bringen: „Stellen Sie sich vor, Sie haben folgende Herausforderung …  Was tun?“
  • Steigern könnte man das nun, indem man im Anschluss auch die Übersetzungsarbeit für’s Publikum leistet: „Das heißt nun für Sie …“
    Dann bringen Sie eine klare Handlungsanweisung und ein paar konkrete Tipps zum Mitnehmen

 

Storyline: Die Hauptidee des Vortrags ist saugut, wird aber nicht inszeniert, sondern staubtrocken vorgetragen. Damit lässt man Wirkung verpuffen. Besser wäre es z.B. die Probleme über Fragen ins Publikum gemeinsam rauszuarbeiten und spürbar zu machen. Dann die Lösung dafür schmackhaft machen: „Wir haben da ein Konzept entwickelt, mit dem wir alle diese Themen unter einen Hut bringen können. Lassen Sie uns gemeinsam schauen, wie das funktionieren könnte.“

  • Damit haben Sie Interesse geweckt und jeder will nun wissen wie der Film, äh, die Präsentation, ausgeht
  • Viel zu viele Informationen pro Chart. Der Klassiker: „Das können Sie jetzt nicht gut lesen, aber …“
  • Viel Text auf den Folien der erklärt, was man daneben im Chart sehen kann – besser das Chart groß und nur die Schlussfolgerung/Kernbotschaft aufschreiben; Rest mündlich erklären und nicht die Folie vorlesen
  • Wenn man beeindruckende Zahlen hat, dann in den Vordergrund damit und nicht im Text verstecken
  • Redundante Infos auf der Folie wie z.B. doppelte Überschriften im Folientitel und nochmal über dem Diagramm kosten Aufmerksamkeitsenergie
  • Und weil wir schon bei Fremdwörtern sind: Zu viele interne Fachbegriffe und „buzzwords“ – nach dem fünften schweren Wort schalte ich auf Autopilot

Fazit: Gute Ideen vertragen es auch, wenn sie weniger pseudowissenschaftlich und trocken serviert werden. Wie würden Sie sich anhören, wenn Sie Ihren Freunden von einer tollen Sache berichten? Nur weil es Business ist, heißt das nicht, dass es langweilig sein muss.

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